Wir haben die Erde nicht von ­unseren Eltern geerbt, sondern von ­unseren Kindern ­geliehen.

Indianische Weisheit

Mit ihrem neuesten Bauprojekt schafft die Freie Waldorfschule Braunschweig nicht nur neue Unterrichtsflächen, sondern sie leistet ihren Beitrag zum Vorhaben der Bundesregierung, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Auch finden sich viele Punkte und Elemente unserer pädagogischen Arbeit in dem am 01.06. 2021 in Niedersachsen in Kraft tretenden Erlass „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) wieder.

Unsere Schule steht somit heute schon in zweierlei Hinsicht für Nachhaltigkeit:
Wir bauen nachhaltig und wir lehren und lernen nachhaltig.

Unser ökologischer Anspruch

Nachhaltigkeit zeichnet sich durch die Schonung von Ressourcen aus. Dies betrifft nicht nur die Auswahl der Baustoffe, sondern auch der Bauverfahren. Daher wird unser Werkstattgebäude mit Zellulose aus Altpapier gedämmt und die verwendeten Putze und Farben (innen und außen) basieren auf natürlichen Bio-Kalken. Bei den Holzfenstern achteten wir darauf, dass für die Herstellung ausschließlich heimische Hölzer und natürliche Lasuren verwendet wurden. Sämtliche Klebstoffe und Lacke bestehen auf Pflanzenbasis – sie enthalten keine Lösungsmittel und nur einen sehr geringen Anteil flüchtiger organischer Verbindungen. Für unsere Bodenbeläge verwenden wir ausschließlich natürliche Rohstoffe (Massivholzdielen und Linoleum).

Das Gebäude wird über die zentrale Holzhackschnitzelanlage der Schule beheizt – die Holzschnitzel fallen bei der Bewirtschaftung der Wälder ab. Es handelt sich um eine nachwachsende und aufgrund kurzer Transportwege nahezu klimaneutrale Energiequelle, da nur das CO2 freigesetzt wird, welches im Holz der Bäume gespeichert ist.

Unser ökonomischer Anspruch

Ökonomie geht über den sparsamen und effektiven Einsatz von Investitionskapital hinaus – Nachhaltigkeit endet nicht mit der Inbetriebnahme des Gebäudes. Daher wurden die Kosten des gesamten Lebenszyklus des Baues bedacht, berücksichtigt und optimiert, aber auch die Stoffströme von Baubeginn (Wiege) bis zum Rückbau (Bahre). Eine geschickte Auswahl von Baustoffen und eine durchdachte Detailplanung sorgen für einen geringen Instandhaltungsaufwand sowie für eine einfache Trennung und Entsorgung der Baustoffe beim Rückbau.

 

Unser pädagogischer Anspruch

Nachhaltiges Bauen berücksichtigt auch die soziale und die kulturelle Identität sowie das Wertempfinden des Menschen. Wir nehmen unsere Umgebung wahr und beurteilen sie bewusst oder unbewusst. Dieser Aspekt findet grundsätzlich in der Waldorfpädagogik Berücksichtigung: Bewusstes Wahrnehmen und reichhaltiges Erleben als fundamentale Sinnesschulung.

Die Natur wertzuschätzen, zu respektieren, zu bewahren und zu schützen wird im Waldorfunterricht gelehrt und in der Schulgemeinschaft gelebt. Nachhaltige Konstruktionen und ökologische Baustoffe fördern die Schüler*innen in ihren Lebensprozessen. Angenehme Gerüche von hochwertigen, natürlichen Baustoffen wirken harmonisierend und sind für die Sinnesausbildung ebenso wichtig, wie eine behagliche Lernumgebung. Zum Wohl unserer Schüler*innen investieren wir ausschließlich in ökologische Baustoffe und moderne Heiz- und Lüftungstechnik (Lüftungsanlage, Decken- und Wandheizung).

Nachhaltig verbinden – gemeinsam stark werden

Projekt

Böden als Senke oder Quelle von CO2

Die Vielfalt der Böden und der direkte Zusammenhang zwischen Klima und Bodennutzung ist in der Gesellschaft weitgehend unbekannt. Je nach Bodennutzung und Bodeneigenschaften können Böden Treibhausgase speichern und somit zum Klimaschutz beitragen oder Treibhausgase in die Atmosphäre freisetzen.

Im Schulgarten werden torffreie Kultursubstrate hergestellt und der Boden wird so bewirtschaftet, dass organischer Kohlenstoff im Boden angereichert wird und somit CO2 aus der Atmosphäre reduziert wird. Dieser Prozess wird als Kohlenstoffsequestrierung bezeichnet.

Durch chemische, physikalische und biologische Untersuchungen des Bodens unterschiedlicher Landnutzungen und Bewirtschaftungsweisen sollen die Schüler*innen Einflussgrößen erlernen, die Kohlenstoffsequestrierung im Boden erhöhen oder verhindern. Es werden gärtnerische Praktiken im Schulgarten erlernt, die zu Kohlenstoffsequestrierung führen.

In dieses Projekt sind Klassen 6-8 im Rahmen des Gartenbauunterrichts eingebunden. In Klassen 10 und 11 werden im Rahmen einer Wahlpflichtepoche Praktische Ökologie Bodenuntersuchungen durchgeführt. Klasse 9 befasst sich mit diesem Thema im Rahmen des dreiwöchigen Landwirtschaftspraktikums. Dabei gehen die Schüler*innen allein oder zu zweit auf einen Bio-Bauernhof und erleben hautnah die Folgen des Klimawandels und die Rolle des Bodens bei den Produzenten. Eine Befragung der Landwirte zu Folgen des Klimawandels in der Landwirtschaft und zu Maßnahmen zum Humusaufbau (Wasser-, Nährstoff- und Kohlenstoffspeicherung im Boden) sensibilisiert die Schüler für Stoffkreisläufe, die vom Klima abhängen und deren direkte Auswirkungen auf den Menschen.

Die 8. Klasse stellt Säcke voll mit Kastanienlaub für die Abholung bereit

NABU-Aktion: Rettet unsere Kastanien

Jedes Jahr im Herbst sammeln die Schüler und Schülerinnen das Kastanienlaub auf dem Schulgelände auf. Hintergrund ist der Befall der weißblühenden Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) mit der Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella). Mit dem Aufsammeln des Laubs wird der Befall reduziert. Für das gesammelte Laub stellt die Stadt Braunschweig und NABU Braunschweig e.V. rote Säcke zu Verfügung. Diese Säcke werden von ALBA eingesammelt und verbrannt.

Weitere Infos

Aktion: Tulpen für Brot

Jedes Jahr werden über 1000 Tulpenzwiebeln im Schulgarten von den Schülern und Schülerinnen gesetzt. Im Frühjahr werden die Tulpen für 70 Cent das Stück zu verkauft.

Der Erlös geht an

  1. Deutsche Welthungerhilfe e.V. unterstützt 140 Grundschulen mit dem Geld in Burundi (Ostafrika)
  2. BOS Deutschland e.V. versorgt weise Orang-Utans, schützt den Regenwald und forstet neue Waldgebiete auf Borneo auf
  3. Deutsche Kinderkrebshilfe

Der Schulgarten bietet genug Platz für diese Aktion. Diese Aktion fördert das Verantwortungsgefühl im globalen Zusammenhang. Die Probleme in den Dritte-Welt-Ländern erscheinen uns unendlich groß. Wir verschließen die Augen davor nicht, in dem wir mit einer positiven Haltung an dieser Aktion teilnehmen und somit einen Beitrag dazu leisten, den Alltag der Kinder in den Dritte-Welt-Ländern ein Stückchen schöner werden zu lassen sowie die Tiere und den Wald zu schützen.

Weitere Infos

Blasenesche sorgt mit einer späten Blüte ein reiches Nahrungsangebot für Bienen und der Spitzwegerich versorgt fünf Wildbienenarten

Bienenprojekt (Bienenschule)

Das Bienenprojekt im Rahmen des Gartenbauunterrichts verfolgt die Ziele einer nachhaltigen Anlage einer Bienenweide zur Förderung der Biodiversität unter den Wildbienen sowie die Bereitstellung eines großen Nahrungsangebotes für schuleigene Honigbienen. Daran beteiligt sind Klassen 6 bis 8 sowie Klassen 9 bis 12 aus dem Heilpädagogischen Schulzweig. Zehn Beete im Schulgarten mit einer Gesamtgröße von 300 m² wurden neue bepflanzt mit ausschließlich bienenfreundlichen Pflanzen. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass Spezialisten unter Solitärbienen Nahrung vorfinden und Generalisten, wie die Honigbienen ein großes Nahrungsangebot bekommen. Verwendete Saatgutmischungen enthalten zertifiziertes regionales Saatgut mit einer großen Vielfalt an ein- und mehrjährigen Pflanzen. Klimaangepasste gebietsheimische Gehölze mit einer reichen Blüte wurden für Bienen gepflanzt. Ein Sandarium bietet für erdnistende Wildbienen Nistplätze. In warmen Monaten werden Bienentränken aufgestellt.

Diese Aktion wurde ermöglicht durch Spendengelder der Bürgerstiftung Braunschweig.

Projekt: Aufforstung im Harz

Im Rahmen des Politikunterrichts in der 11. Klasse setzen sich Schüler*innen mit den gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Folgen des Waldsterbens auseinander. Um dem Waldsterben entgegenzuwirken, werden jährlich Bäume für die Aufforstung des niedersächsischen Harzes generativ und vegetativ im Schulgarten vermehrt, um in den kommenden Jahren von Schüler*innen im Harz gepflanzt zu werden. Die gewählten Baumarten entsprechen den Empfehlungen der Niedersächsischen Landesforsten für das Waldbaugebiet Niedersächsischer Harz.

Wir sind nachhaltig – schon lang:

Solaranlage für Warmwasser in der Mensa

Holzhäckselanlage für Wärme

Brauchwasser für Toiletten im Novalishaus

Ökologisch abbaubare Seifen und Reinigungsmittel

 

Biologische, regionale und vegetarische Speisen in der Mensa

Biologisch-dynamischer Gartenbau

 

Telefon

Sie erreichen uns
Mo, Di, Do: 8 – 14 Uhr
Fr: 8 – 10 Uhr

+49 531 28 60 30

Speiseplan 4. KW

Alle Schüler*innen, die Mittag essen möchten, müssen sich bis 10 Uhr verbindlich anmelden (+49 531 286 03-20). Eltern und Gäste können nicht bewirten werden.

Adresse

Freie Waldorfschule Braunschweig e.V.
Rudolf-Steiner-Straße 2
38120 Braunschweig

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