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Aus dem Schulleben
Lernen für die Zukunft: Zwei Auszeichnungen für gelebte Nachhaltigkeit
Am 8. September 2026 fand im BLAB, dem Lebenswissenschaftlichen Schülerlabor der Universität Göttingen, eine Auszeichnungsveranstaltung des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung Braunschweig statt. Im Rahmen dieser feierlichen Veranstaltung wurden 96 Schulen für ihr besonderes Engagement im Bereich der Nachhaltigkeitsbildung geehrt. Im Mittelpunkt stand die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), die sich mit vielfältigen Projekten und Maßnahmen zu ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Fragestellungen beschäftigt.
Unsere Schule erhielt für den Projektzeitraum 2024 bis 2026 zum dritten Mal in Folge die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“. Grundlage hierfür waren unter anderem zwei weitergeführte Projekte zur Klimafolgenanpassung und nachhaltigen Lebensmittelproduktion.
Besonders gut angekommen ist bei der Jury jedoch unser deutsch-brasilianisches Projekt „Planting Potatoes with Science“ (ausführlicher Bericht). Bereits in der Begrüßungsrede hob die Landeskoordinatorin für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Kim Stahl, vier besonders herausragende Projekte hervor, darunter auch das internationale Projekt unserer Schule. Dabei waren wir als einzige Schule mit einem naturwissenschaftlichen und internationalen Projekt vertreten. Für dieses Projekt erhielten wir erstmals eine weitere Auszeichnung als Eco-School.
In diesem Projekt arbeite ich seit über zwei Jahren eng mit dem brasilianischen Agrarwissenschaftler und Virologen José Alberto Caram de Souza-Dias zusammen. Mit viel Hingabe und fachlicher Expertise führt er das gleiche Projekt mit Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden in Brasilien durch. Im Fokus steht die Bewusstwerdung für Pflanzenschutzmaßnahmen im nachhaltigen Kartoffelanbau und die Vermehrung gesunder Saatkartoffeln mit der IAC-Technologie.
Dass Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig sind, konnten meine Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse direkt an den geernteten Kartoffeln im Schulgarten selbst erleben. Aktuell werten wir unsere Projektergebnisse aus. Zur Veranschaulichung genügte es jedoch, während der Auszeichnungsveranstaltung Kartoffeln mit deutlichen Krankheitssymptomen an meinem Stand zu präsentieren. Die Kartoffeln wiesen Schäden an Schale und Fruchtfleisch auf, die durch Drahtwürmer, Schorfbakterien sowie die Pilze Rhizoctonia solani und Phytophthora infestans verursacht wurden.
Vielen StandbesucherInnen war nicht bekannt, dass auch Pflanzen krank werden können, dass dadurch die Erträge sinken und dass Landwirte Pflanzenschutzstrategien entwickeln müssen, um ihre Erträge stabil zu halten. In Brasilien hingegen stellen Viren eine größere Gefahr in der Kartoffelproduktion dar.
Diesmal durfte ich die Veranstaltung gemeinsam mit den Achtklässlern Timo und Emil besuchen. Dabei erhielten wir Anerkennung für unsere Arbeit und konnten zugleich zahlreiche neue Impulse für Umweltprojekte anderer Schulen mitnehmen.
Besonders spannend war das persönliche Gespräch mit dem Jurymitglied und BNE-Fachdezernenten Nils Passian. Er erläuterte, warum unser Projekt von der Jury so positiv bewertet wurde: Neben dem Whole-School-Approach waren vor allem die internationale Zusammenarbeit sowie die wissenschaftliche Begleitung durch Dr. José Alberto Caram de Souza-Dias und Dr. Falko Feldmann entscheidend, der das Projekt vor zwei Jahren an unserer Schule ins Leben rief.
Mein besonderer Dank gilt Dr. José Alberto Caram de Souza-Dias und Dr. Falko Feldmann. Durch ihre wissenschaftliche Begleitung, ihre Offenheit für den Austausch mit Schülerinnen und Schülern sowie ihre Begeisterung für nachhaltige Landwirtschaft haben sie unser Projekt entscheidend bereichert und seinen Erfolg mit ermöglicht.
Damit unsere Schule auch künftig diese Auszeichnungen erhalten kann, bin ich gegenüber RLSB Braunschweig zur Öffentlichkeitsarbeit über meine Projekte verpflichtet. Sie werden also noch von mir lesen!
Herzliche Grüße und bis demnächst
M. Störrle, Gartenbaulehrerin