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Aus dem Unterricht
4. Klasse: Eine besondere Stadtführung durch Braunschweig
Am Freitag vor den Herbstferien luden die Kinder der 4. Klasse zu einer Stadtführung durch Braunschweig ein. Die Eltern durften sich allerhand anhören; manch einer staunte doch, wieviel es auch für „die Großen“ noch Neues zu entdecken gab.
Von den Überresten der Stadtmauer am Prinzenweg ging es zunächst zur St. Michaelis Kirche. Unweit hiervon befindet sich der Stumpf eines Wehrturms, an den ein Wehrgang für die damaligen Verteidiger der Stadt anschließt. Dieser führt zum Neustadtmühlengraben – ein idyllischer, ruhiger Ort.
Auf das aufwändig verzierte Alte Zollhaus am Altstadtmarkt machten die Kinder aufmerksam. Dieses stand ursprünglich an anderer Stelle der Stadt. In Rüningen diente es als Teil der äußeren Befestigungsanlagen von Braunschweig.
Der Marienbrunnen mit seinen drei Schalen befindet sich bereits seit dem Jahre 1408 auf der Mitte des Altstadtmarktes und versorgte die Stadt über hohle Baumstämme, die sog. Pipen, jahrhundertelang mit frischem Trinkwasser aus den Quellen des Jödebrunnens in der Weststadt. Nach Zerstörung des bleiernen Originals im Zweiten Weltkrieg steht hier nun eine originalgetreue Rekonstruktion.
Am Kohlmarkt erfuhren wir durch viele von den Kindern vorgetragene Fakten und eine "Fake"-Aussage (Heinrich der Löwe lebte nicht hier sondern in seiner Residenz Burg Dankwarderode) einiges über diesen Ort, z.B. dass dieser einer der ältesten Fernhandelswege und Marktplatz für den Handel mit Kohlen war und dass sich dort einmal eine Kirche befand, deren genaue Stelle und Umrisse man bis heute durch eine dunklere Pflasterung im Boden erkennen kann.
Nach einer kurzen Frühstückspause am Braunschweiger Löwen wurde unter anderem berichtet, dass der original Löwe witterungsgeschützt im Museum untergebracht ist und der Löwe draußen eine Kopie ist. Im Anschluss wurde den Eltern der Dom von außen und ausführlich von innen vorgestellt. Eine Besonderheit war sicherlich auch die Präsentation der Gräber, unter welchem im Erdboden „Herzöge, Heilige und Freunde“ begraben liegen sollen.
Danach ging es zur Aegidienkirche. Der Sage nach hat die Markgräfin Gertrud bei einem waghalsigen Diebstahl des Nachts die Knochen vom Heiligen Auctors entwendet, da er ihr im Traum erschienen war. Mit der Kutsche entfloh sie. Die Pferde standen in Braunschweig auf dem Hügel südlich der Stadt still und gaben der Gräfin so den Hinweis, hier die Aegidienkirche zu errichten. Das Martinikloster schloss an die Aegidienkirche an. Die zugehörige Kapelle, die zuvor am Bohlweg gestanden hatte, diente in der Vergangenheit sogar schon als Lager- sowie als Festhalle.
Zum Schluss ging es noch ins Magniviertel, wo die Kinder noch einmal über die alten Fachwerkhäuser und deren Friese (geschnitzte Verzierungen an den Balken von außen) berichteten. Dort im Magniviertel "Ackerhof 2" steht eines der ältesten Fachwerkhäuser Braunschweigs. Auch über die Magnikirche erfuhren die Eltern so einiges, was sie vorher noch nicht wussten. Zum Abschluss dieser wirklich einzigartigen Stadtführung wurden alle in eine kleine Gasse geführt, deren Weg mit alten Grabplatten aus Sandstein gestaltet ist. Hier wurde sehr anschaulich berichtet, wie früher der Mist aus den Ställen und auch der Inhalt der Nachttöpfe auf der Mitte des Weges landete und die Menschen sich deshalb für das Begehen dieser Gassen Holzklötze unter den Schuhen befestigten.
Und wer noch mehr Details zu Braunschweig wissen möchte, kann sich sicher sehr gern an die 4. Klasse wenden.
Rebekka und Jonte R. sowie Marina W.